LOGL Logo

Seitensuche

Streuobstsorte des Jahres 2003: Die "Dattelzwetsche"

Die Dattelzwetsche
Die Dattelzwetsche (Foto: HR Schweizer)

Synonyme

'Frühe Dattelzwetsche', 'Violette Dattelzwetsche', 'Österreichische Dattelzwetsche', 'Ungarische Zwetsche', 'Türkische Zwetsche', 'Säbelpflaume', 'Tübinger Zwetsche'

Geschichte

Es handelt sich um eine sehr alte Steinobstsorte, die wahrscheinlich aus Ungarn oder der Türkei stammt. Sie wurde Ende des 18. Jhd. erstmals beschrieben.

Verbreitung

Die 'Dattelzwetsche' ist heute noch besonders im Landkreis Tübingen, aber auch im benachbarten Zollernalbkreis anzutreffen. Meist kommt sie dort wurzelecht vor. Sie bildet dann viele Ausläufer und ganze Zwetschenhecken.

In dem Sortenbüchlein „Kern- und Steinobstsorten für die Mitglieder der Obstbausektion Tübingen“, 1895, wird die Sorte auch als 'Tübinger Zwetsche' und 'Spitzzwetsche' bezeichnet. Dies weist ebenfalls auf eine stärkere Verbreitung im Bereich Tübingen hin.

Verwendung

Die 'Dattelzwetsche' kann zum Frischverzehr und als Mus verwendet werden. Laut einiger Aussagen von Kennern dieser alten Sorte soll sie auch zum Brennen gut geeignet sein.

Beschreibung

Die Frucht ist mittelgroß bis klein, sehr länglich, gegen beide Enden stark zugespitzt, violettrot, stark beduftet und meistens gut vom Stein lösend. Für die heutigen Marktverhältnisse ist sie zu klein. Das Fruchtfleisch ist grünlich-gelb und zwetschenartig fest. Die Stiele sind fein behaart und relativ lang. Der Geschmack wird als angenehm und „süßweinig" beschrieben. Der Baum wächst rasch, wird groß und ist robust. Die Sorte bringt mittlere Erträge.

Die historische Abbildung der Dattelzwetsche wurde uns freundlicherweise von Herrn Hans-Rudolf Schweizer zur Verfügung gestellt. Auf der Website von HR Schweizer finden Sie weitere Abbildungen alter Obstsorten.

Bei folgenden Baumschulen werden ab Herbst 2003 Bäume der Dattelzwetsche erhältlich sein: