

Geschichte
Mit dieser Birne wird der LOGL seinem Anspruch gerecht, als Streuobstsorte des Jahres vorrangig typische Lokalsorten auszuwählen.
Die Sülibirne kommt im südlichen Schwarzwald, im Bodenseegebiet (besonders im Landkreis Konstanz) und teilweise im Hochrheingebiet vor. Sie soll ursprünglich schweizerischen Ursprungs sein. Darauf weißt auch der Name „Süli“ hin, der in Schwyzerdütsch bzw. alemannisch „Schweinchen" bedeutet.
Die Sülibirne entwickelt äußerst imposante, landschaftsprägende Bäume, die Dank ihrer Vitalität ein hohes Alter erreichen können. Bei einer gefällten Sülibirne zählte man 230 Jahresringe.

Die Sülibirne eignet sich gut zur Obstbrandbereitung und gibt einen ausgezeichneten und haltbaren Most. Sie wird von Kennern auch die "Königin der Mostbirnen" genannt.
Nicht nur wegen der inneren Werte der Frucht, sondern auch aufgrund der landschaftsprägenden Bedeutung dieses prachtvollen Mostbirnenbaumes sollten an geeigneten Standorten Neupflanzungen erfolgen.
Die Sülibirne gehört zur Familie der kleinfrüchtigen Holzbirnen. Die Frucht ist klein, kegelförmig und rostfleckig. Die Schale ist grüngelb und wird mit zunehmender Reife dunkelgelb. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, grobkörnig, saftig, zucker- und säurereich und sehr herb.
Die Sülibirne reift ab Ende Oktober, hält zirka drei Wochen und ist daher längere Zeit transportfähig. Die Erträge sind hoch und regelmäßig und die Blüte setzt sehr früh ein.
Der Baum wächst anfangs langsam, wird sehr groß mit imposanten Kronen und erreicht ein hohes Alter. Die Äste sind spitzwinkelig abstehend, an den Enden abwärts geneigt und mit kurzem, grobem Fruchtholz dicht besetzt. Die Standortansprüche sind relativ gering.