
Autor: Rolf Heinzelmann

1837 - Eduard Lucas stellt die Weichen
1880 - Gründung des Württembergischen Obstbauvereins
1880 wurde der Württembergische Obstbauverein gegründet und 1893 der Badische Landesobstbauverein.

1881 - Monatszeitschrift für Pomologie und Obstkultur - "Der Obstbau"
Ein Jahr nach seiner Gründung, nämlich 1881, brachte der Württembergische Obstbauverein eine Monatszeitschrift für Pomologie und Obstkultur heraus. Die Fachzeitschrift hatte den Titel "Der Obstbau" und wurde vom Druck- und Kommissionsverlag W. Kohlhammer hergestellt, die Redaktion hatte Karl Müller. Ab 1922 wurde "Der Obstbau" gemeinsam mit der Württembergischen Landwirtschaftskammer herausgegeben und war zugleich Organ des Vereins Württembergischer Baumwarte, des Verbandes Württ. Obstverwertungsgenossenschaften und des Bundes Württ. Baumschulgärtner. Verantwortlicher Schriftleiter war nun der Geschäftsführer des damaligen Württembergischen Obstbauvereins, Gustav Schaal. Mit einigen Unterbrechungen liegt bis heute die Schriftleitung in der Hand der jeweiligen Verbandsgeschäftsführer.
Beim Herrenberger Obstbautag vom 14. bis 16. Oktober 1933 wurde das künftige Schicksal des Württembergischen Obstbauvereins und damit der Fachzeitschrift während der nationalsozialistischen Herrschaft bestimmt. Die gesamte Vorstandschaft musste zurücktreten. Erstmals erfolgte eine Tennung in Erwerbsobstbau und Liebhaberobstbau. Der Erwerbsobstbau wurde direkt dem Landesbauernstand angegliedert und bildete dort eine Fachgruppe Obstbau. Nur die Liebhaberobstbauern verblieben im Württembergischen Landesobstbauverein (wie er nun offiziell hieß). Die Landwirtschaftskammer, die Fachgruppe Obstbau und der Landesobstbauverein hatten nun eine gemeinsame Führung und Geschäftsstelle.
Die Fachzeitschrift "Der Obstbau" blieb das Organ dieser Gruppierungen, die weiterhin eng miteinander zusammenarbeiteten. Als Mitherausgeber der Fachzeitschrift tauchte jetzt neben dem Landesobstbauverein die Landesbauernschaft Württemberg Hauptabteilung II auf. Eigentümer und Verleger war weiterhin der Württembergische Landesobstbauverein. Dem Landesobstbauverein waren jetzt keine Ortsvereine mehr angegliedert, sondern nur noch Einzelpersonen, die gleichzeitig Bezieher der Fachzeitschrift "Der Obstbau" waren.
Ab 1. Juni 1934 wurde Max Dressel Geschäftsführer und damit auch Schriftleiter. Gustav Schaal blieb aber weiter Autor des "Obstbau", besonders im Bereich der Obstsortenkunde. Im April 1935 erfolgte ein erneuter Schriftleiterwechsel, verantwortlich war nun Max Spindler.
1937/38 - Reichsnährstand
1937/38 wurde der Württembergische Landesobstbauverein dem Reichsnährstand angegliedert. Die Fachzeitschrift "Der Obstbau" war nun ab dem 58. Jahrgang 1938 das Organ des Landesverbandes der Gartenbauvereine in Württemberg und Hohenzollern. Aber nicht nur politische Veränderungen beeinflussten die Fachzeitschrift sondern innerhalb des Obstbaus war 1938 ein Aufbruch, ein Wandel zu verspüren.
In Artikeln wurde verstärkt gefordert, den Obstbau professioneller zu betreiben und ihn nicht nur als landwirtschaftliche Nebenkultur anzusehen. Vergleiche mit dem Weinbau wurden gezogen, da sich hier ein Haupterwerb gebildet hatte. Man wollte erreichen, dass sich der Obstbauer zum Obstgärtner mausert. Neben Obstwiesen mit Hochstämmen sollten auch haupterwerbsmäßig betriebene Obstgärten mit Buschbäumen entstehen.
"So, wie einst der Weinbau die Berge eroberte, wie die Beerenanlagen sich einbügerten, so wird die moderne Obstanlage, insbesondere die Buschanlage, mit der Zwergunterlage ihr Recht und ihren Raum fordern!"
(aus "Der Obstbau", 1938)

1943 - "Der Obstbau" stellt sein Erscheinen ein
Im Jahre 1943 wurde der totale Krieg ausgerufen. Das zentralistische Führerprinzip wurde noch deutlicher ausgebaut. Dies führte im April 1943 dazu, dass "Der Obstbau" sein Erscheinen einstellte und mit dem Verbandsorgan der Landesverbände der Gartenbauvereine in Bayern vereinigt wurde. Diese Fachzeitschrift hatte den Namen "Der Wegweiser im Obst- und Gartenbau".
Aus den Jahren 1944 bis 1945 liegen dem Verfasser keine Fachzeitschriften vor, es ist davon auszugehen, dass in den Kriegswirren die Herstellung nicht mehr möglich war.

Im November 1946 nahm der Württembergische Landesobstbauverein unter dem Vorsitzenden Gustav Haug seine Arbeit wieder auf und schon zum 1.Dezember 1946 erschien der 1. Jahrgang des neuen Verbandsorgans unter dem Titel "Obst- und Gartenbau". Verlegt wurde das Organ des Landesobstbauvereins nun zum ersten Mal beim Verlag Eugen Ulmer, Ludwigsburg, Körnerstraße 16. Die Schriftleitung hatte Landwirtschftsrat Hugo Winkelmann.
Durch den nach dem Krieg vorherrschenden Ernährungsnotstand kam auch dem Garten, besonders dem Gemüsebau, eine größere Bedeutung zu, dennoch dominierte auch künftig der Obstbau das Verbandsorgan.
1950 - "Der Obstbau" ist wieder Verbandszeitschrift
Am 1. Dezember 1949 im 4. Jahrgang erschien die letzte Nummer des "Obst- und Gartenbau", die Herstellung wurde eingestellt. Der Württembergische Landesverband der Obst- und Gartenbauvereine ließ seine frühere Verbandszeitschrift "Der Obstbau" neu aufleben, alleiniger Herausgeber war wieder der Verband. Auch die Schriftleitung lag wieder beim Landesverband in Person des Geschäftsführers Josef Seitzer.

Am 1. Januar 1950 erschien "Der Obstbau" wieder - im 69. Jahrgang, die Herstellung verblieb beim Verlag Eugen Ulmer. In den folgenden Jahrgängen der Verbandszeitschrift spiegelte sich deutlich der Wille wieder, den Obstbau fachlich voranzutreiben. Unter der Überschrift "Umstellung tut Not" apellierte Josef Seitzer an die Obstbautreibenden, rationeller zu arbeiten.

"Der Obstbau schreit nach Umstellung auf der ganzen Linie. Lichte, flache, weit ausladende Kronen sind das naturgemäße Zeichen guter Ertragsfähigkeit und höchster Ertragsleistung. Die Umstellung der Astkronen ist eine ausgesprochene Facharbeit wie die Umveredlung und darf nur durch die fachkundigen Hände unserer geprüften Baumwarte vorgenommen und weiterbehandelt werden".
Am 1.1.1968 ging aus dem Zusammenschluss des Badischen Landesobstbauverbandes und des Württembergischen Landesobstbauverbandes der Landesobstbauverband Baden-Württemberg hervor.
Der Landesverband der Obst- und Gartenbauvereine ist somit einer der ersten baden-württembergweit agierenden Verbände überhaupt. Gemeinsames Verbandsorgan wurde nun das Fachmagazin "Obst und Garten" unter der bewährten Schriftleitung von Direktor Josef Seitzer. Die Herstellung lag bei den Verlagen C.F. Müller, Karlsruhe und Eugen Ulmer, Stuttgart.
Die "Obst und Garten" entstand durch die Verschmelzung des badischen Verbandsorgans "Der Badische Obst- und Gartenbauer" mit dem württembergischen "Der Obstbau".
1971 - Neuer Verbandsname: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL)
Bei der Mitgliederversammlung des Landesobstbauverbandes am 18.9.1971 in Stuttgart wurde eine neue Satzung beschlossen, die eine neue Verbandskonzeption und damit einen neuen Verbandsnamen beinhaltete. Der Landesverband setzte sich nun neben der Förderung des Obstbaus auch das Ziel, die Gartenkultur und Landschftspflege zu erhalten. Es entstand der Name Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V., der heute noch aktuell ist. Das Verbandsorgan ist nach wie vor die Fachzeitschrift "Obst und Garten".
Am 1. Juli 1972 gab Direktor Josef Seitzer die Schriftleitung an den neuen Verbandsgeschäftsführer Erwin Beyer ab. 25 Jahre lang prägte Seitzer die Verbandszeitschrift nachhaltig und hat sich als unermüdlicher Impulsgeber im Obstbau verdient gemacht.
1973
Am 1. Oktober 1973 trat Dietrich Kaiser die Nachfolge von Erwin Beyer als Geschäftsführer des LOGL an. Er übernahm die Schriftleitung von "Obst und Garten" während Erwin Beyer weiterhin verantwortlich für den Obstbauteil war.
1976
Heinrich Kuhnhäuser stellte sich als neuer LOGL-Geschäftsführer vor. Er wurde damit auch gleichzeitig verantwortlicher Schriftleiter von "Obst und Garten". Das Redaktionsteam bestand jetzt zusätzlich aus einem Redakteur vom Verlag Ulmer. Für den Erwerbsobstbau zeigte sich weiterhin Erwin Beyer verantwortlich.

Zwei wichtige Schwerpunkte in Heinrich Kuhnhäusers Verbandsarbeit, der Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und die Naturerziehung der Kinder und Jugendlichen, spiegelten sich auch in "Obst und Garten" durch verschiedene Beiträge wieder.
1979
Das LOGL-Emblem (Apfelbäumchen) war erstmals auf der Titelseite der Verbandsfachzeitschrift zu finden. Dies war ein wichtiger Schritt, um den Mitgliedern zu verdeutlichen, dass "Obst und Garten", ihr offizielles Verbandsorgan darstellt.

1980 - 100 Jahre LOGL-Verbandsjubiläum
Im Jahre 1980 feierte der LOGL sein 100-jähriges Bestehen. In der Augustausgabe von "Obst und Garten" wurde auf 3 Seiten darüber berichtet. Ab dem 101. Jahrgang 1982 ist der Verlag Eugen Ulmer alleiniger Verleger der Verbandszeitschrift.
1981 - Feuerbrand in Baden-Württemberg

Im Jahre 1981 wurde das erste mal die gefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand in Baden-Württemberg nachgewiesen. Die "Obst und Garten" von 1982 berichtete ausführlich über die Pflanzenseuche. Ein Novum für diese Zeit waren die Fotos in Farbe, die den Bericht über Symptome, Wirtspflanzen und Abwehrmaßnahmen verdeutlichten. Nach über 10 Jahren gab Erwin Beyer 1984 die Fachredaktion Erwerbsobstbau an Dr. Hermann Link, Bavendorf weiter. Die wissenschaftlichen Beiträge mit Tabellen und Schautafeln nahmen jetzt in "Obst und Garten" zu. Insgesamt aber bekam die Fachzeitschrift eine klarere Struktur. Die neu geschaffene Rubrik Arbeitskalender trug hier maßgeblich dazu bei. Der Arbeitskalender bestand aus 4 Bereichen, dem Obst- und Weinbau und dem Gemüse- und Ziergarten.
Die Landesvereinigung Erwerbsobstbau (LVEO), bisher eine Organisation innerhalb des LOGL, entwickelte sich 1992 zu einem eigenständigen Verband. In einer Vereinbarung der beiden Verbände von 1992 wurde für "Obst und Garten" unter anderem Folgendes festgelegt:
1993/94 - neuer Geschäftsführer
Zum 1. Oktober 1993 trat Rolf Heinzelmann in die Dienste des LOGL, er wurde Nachfolger von Heinrich Kuhnhäuser und ab dem 113. Jahrgang, Heft 1, 1994 verantwortlicher Schriftleiter.
Im Laufe der Jahre hat sich das Titelbild des Fachmagazins immer wieder gewandelt. Seit 1995 entsprach das Layout weit gehend dem aktuellen Erscheinungsbild, durch die Zunahme der Farbseiten wurde die Zeischrift attraktiver.
1994 - Landeseinheitliche Fachwarteausbildung
- Erste Kreis-/Bezirksvorständetagung findet statt
1995 - "Obst & Garten" bekommt neue Struktur
- Mitgliederumfrage bewirkt Neuausrichtung der Verbandsarbeit
Am 14. und 15. März 1995 trafen sich LOGL und Verlag zu einer Arbeitstagung, bei der die Entwicklung und Struktur von "Obst und Garten" diskutiert wurde. Künftig wird, um ein besseres Anzeigenaufkommen zu ermöglichen, nach Themenplan gearbeitet.
Auf der Titelseite von "Obst & Garten" erscheint jetzt der Untertitel "Fachmagazin für das Obst- und Gartenland Baden-Württemberg". Wichtiges Ziel: Die Fachbeiträge im Bereich Obstbau sollen künftig inhaltlich für Erwerb und Hobby gleichermaßen interessant und verständlich sein. Stark wissenschaftlich orientierte Artikel mit einem hohen Anteil von Tabellen werden reduziert. Artikel im Bereich Beeren- und Steinobstbau, Kulturlandschaft und Streuobstbau sollen dagegen zunehmen.
Die bekannte Obstbauwissenschaftlerin und Fachjournalistin Dr. Helga Buchter-Weisbrodt konnte zur Mitarbeit beim Fachmagazin "Obst & Garten" gewonnen werden. Ihre Fotos und Fachartikel werten nun die Zeitschrift auf.
1996/97 - Erste Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten
1997 - die Arbeitsgruppe Streuobst im LOGL wird gegründet
Im Laufe des Jahres 1996 übernahm Dr. Helga Buchter-Weissbrodt die Redaktionsarbeit auf Verlagsseite und Dr. Hermann Link die Fachredaktion Obstbau.
Ab Januar 1998 verstärkte Dr. Doris Knuth-Margraf (heute Spychalski) die Verlagsredaktion.
1999 - Ausgabe eines Vereinshandbuchs
Eigene Internethomepage: www.gartenbauvereine.de
Seit 1999 hat Dr. Doris Spychalski die Verlagsredaktion übernommen. Dr. Helga Buchter-Weisbrodt bleibt aber als wissenschaftliche Beraterin und Autorin zahlreicher Fachbeiträge dem Fachmagazin für das Obst- und Gartenland Baden-Württemberg erhalten.
Die gute Zusammenarbeit innerhalb des Redaktionsteams und zwischen Verband und Verlag haben unserer "Obst & Garten" gut getan. Sie ist ein über die Grenzen Baden-Württembergs anerkanntes Fachmagazin, das von Vertretern der Obst- und Gartenbauvereine, Obstbauern und Pomologen gleichermaßen gerne gelesen wird. Neu geschaffene Rubriken tragen zur Attraktivität und Übersichtlichkeit der Zeitschrift bei. Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. kann zu Recht stolz darauf sein, Herausgeber dieser Verbandsfachzeitschrift zu sein.
Allen Personen, die an der Gestaltung und Herstellung von "Obst & Garten" beteiligt sind, sei an dieser Stelle herzlichst Dank gesagt.
2000 - Der LOGL führt Familienmitgliedschaft ein
2001 - Auf Anregung des LOGL wird die Sortenerhaltungszentrale Baden-Württemberg an der Universität Hohenheim eingerichtet.
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2002 - Das Verbandsgebiet wird in 11 Regionen eingeteilt, 12 Regionenvertreter bilden nun den erweiterten LOGL-Vorstand
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2003 - Jugendgruppen in Obst- und Gartenbauvereinen werden finanziell gefördert und Projekte zur Jugendarbeit bezuschusst
2005 - Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. feiert 125-jähriges Bestehen