
Im Rahmen des „Modellprojektes Streuobstwiesen“ wurden in 13 Landkreisen an 18 Standorten in Baden-Württemberg von 2002 bis 2006 Daten zum Pflegeaufwand erhoben. Die Betreuung vor Ort erfolgte durch die Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau der beteiligten Landratsämter.
Die Ergebnisse des Projektes wurden in Obst & Garten veröffentlicht und können hier (PDF 558 KB) nachgelesen werden.
Ein großer Dank ging noch mal an alle Obst- und Gartenbauvereine, Fachwarte und Fach-wartevereinigungen, die sich an der Aktion 2009 beteiligt haben. Die landesweiten Streuobstpflegetage werden künftig von einer Woche auf einen Monat ausgedehnt. (2010 = Monat März)
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Fast 60% der Obstwiesen werden von Privatpersonen bewirtschaftet, ein Großteil dieser „Gütlesbesitzer“ sind Mitglieder der örtlichen Obst- und Gartenbauvereine.
Streuobstwiesen bedürfen einer regelmäßigen Pflege, sowohl was die Wiesennutzung als auch die Bäume angeht. Dafür ist aufwändige Handarbeit erforderlich, die in keiner Relation zu den niedrigen Mostobstpreisen steht.
Dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen ist klar, er darf aber nicht ins Bodenlose sinken. Preise deutlich unter 10 Euro führen langfristig dazu, dass immer weniger Streuobstwiesen gepflegt und nachgepflanzt oder sogar gerodet werden. Natürlich entsprechen auch 10 Euro nicht den wirtschaftlichen Erfordernissen, es muss aber zumindest nicht draufgelegt werden!
Die Mostobstpreise folgen dem Phänomen der Alternanz, das in den Obstwiesen dazu führt, dass einem Rekordjahr ein „Hungerjahr“ folgt. Die Bäume tragen im Wechsel einmal über voll und im folgenden Jahr wieder fast gar nichts. Dieses zunehmende und abnehmende Ertragsverhalten kann durch klimatische Erscheinungen wie Blütenfrost oder Hagel natürlich beeinflusst werden. Zusätzlich drängt das Obst aus Osteuropa und aus Asien auf unseren Markt und füllt die Läger mit Konzentrat. Die Qualität unserer säurebetonten Obstwiesenäpfel bleibt aber unerreicht.
Die Preispolitik der Fruchtsaftindustrie ist hier etwas zu kurzsichtig angelegt. Es wird in Kauf genommen, dass durch fehlende finanzielle Anreize in einigen Jahren die Rohware aus heimischen Obstwiesen versiegt. Ein weiteres Problem der Preispolitik ist, dass zu Beginn der Saison die Preise höher sind und dann, wenn eigentlich die Qualität geliefert wird, die Preise ins Bodenlose sinken. Diejenigen, die sich für die Preispolitik verantwortlich zeigen, brauchen sich dann aber auch nicht wundern, wenn das spätere Qualitätsobst „zu früh“ geschüttelt wird – aus Angst, dass der Preis noch mehr sinkt.
Was nichts kostet ist nichts wert! Der LOGL setzt daher auf eine verstärkte Selbstversorgung. Eigener Saft und Gärmost aus eigenen Früchten macht von den Mostobstpreisen unabhängig. Daher ist es wichtig, die noch bestehenden Mostereien (Keltereien), die den eigenen Saft pressen zu erhalten und zu unterstützen. Einzelne Kreisverbände und Ortsvereine unterhalten eine eigene Kelterei und pressen den Saft für ihre Mitglieder.
| Kleines Büchlein über die Apfelsorte "Jakob Fischer" | |
|---|---|
![]() |
In Zusammenarbeit mit Alexander Ego, Kreisberatungsstelle für Garten- und Obstbau beim Landratsamt Biberach und Franz Renner, Schmidsfelden entstand das Büchlein über die Apfelsorte "Jakob Fischer". 40 Seiten, farbig illustriert, 12 x 14 cm für 4,80 € bzw. 12,30 € Bestellschein und Info als PDF Download (186 KB) |